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EQF meets ECVET

Die CD ROM mit den EQFmeetsECVET Ergebnissen ist nun erhältlich!
Das von der EU finanzierte Projekt „EQFmeetsECVET“ ist nun zu einem Ende gekommen. Nach zwei Jahren harter Arbeit gelang es der Arbeitsgemeinschaft, ihre Projektergebnisse rechtzeitig auf einer CD zusammenzutragen (2 Handbücher, Lern-Module, vergleichende Analysen…). Diese kann kostenlos unter der Mailadresse marlies.krumboehmer@clw-traunreut.de bestellt werden. [05.02.2016]

 

Abschlussveranstaltung am 19.10.2015 in Traunreut

Bei der nationalen Abschlussveranstaltung des Projektes berichtete Melanie Biertempfel (Mitte) von ihrer Arbeit als Industrie-Näherin. Mit im Bild Projektleiterin Marlies Krumböhmer und CLW-Geschäftsführer Dr. Jens Maceiczyk. Foto: mix

Gleiche Chance auf Arbeit für alle

Traunreut. Zwei Jahre lang lief das europäische Projekt „EQF meets ECVET“, mit Hilfe dessen das Bildungssystem in Deutschland und Europa offener gemacht werden soll. Vor allem sollte der Bildungsmarkt den Zugang für staatlich anerkannte Ausbildungen auch für diejenigen öffnen, die ihre Bildung in Werkstätten für behinderte Menschen in Anspruch nehmen. Sie sollten eine möglichst genaue Qualifizierung ihrer Tätigkeit erlangen und damit bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt bekommen können. Am Projekt beteiligt waren unter anderem die Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten und die nationale Abschlussveranstaltung fand nun auch in Traunreut statt.
Für Menschen mit einer ausgeprägten Lernbehinderung ist es schwierig, eine anerkannte Berufsausbildung zu machen. Ohne anerkanntes Zeugnis ist es wiederum fast unmöglich, einen Arbeitsplatz zu finden. Sie sind daher trotz ihrer Fähigkeiten oft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Damit alle gleiche Chancen auf Arbeit haben, ist Bildung wichtig. Und zwar alle Arten von Bildung. Darum soll es für diesen Personenkreis leichter werden, eine Berufsausbildung zu machen und auch am lebenslangen Lernen teilzunehmen. Die Berufsausbildungen müssen besser zu den Bedürfnissen dieser Lernenden passen, so die Forderung des Projektes. Gelernt wird nicht nur in der Schule, sondern zum Beispiel auch in einem Kurs, in einem Arbeitstraining, in einem Praktikum oder durch Zuschauen. Und eben diese Lernergebnisse sollen in Zukunft offiziell anerkannt werden durch den Nationalen Qualifikationsrahmen. Eine solche Anerkennung führte zu mehr Chancengleichheit für die Lernenden, die zum Beispiel keine Lehre machen können.
Projektleiterin Marlies Krumböhmer erläuterte bei der Veranstaltung am Montag: „Lernende einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung erhalten derzeit keine offizielle Anerkennung für ihre Lernmotivation und ihr Können. Das ist diskriminierend.“ Sie nennt auch den Grund dafür: „Weil Menschen, die in einer Werkstatt lernen, angeblich ‚nicht ausbildungsfähig‘ sind, weil Werkstätten
für Menschen mit Behinderung keine anerkannten Ausbildungsstätten sind. Und weil die Ausbildungsgesetze noch nicht passend  für Menschen mit einer größeren Lernbehinderung sind.“ Es sollte aber gelten: „Jede und Jeder darf das lernen, was sie oder er auch schaffen kann. Jede und jeder darf sich aussuchen, was sie oder er lernen möchte. Jede und jeder darf so lange lernen,
wie sie oder er dazu braucht.“ Die Möglichkeit einer Ausbildung, die in kleinere Teile beziehungsweise Module zerlegt ist, könnte diesen Lernenden helfen. „Egal wie lange jemand nun für das Lernen braucht. Es geht immer darum: nach und nach mehr zu wissen, nach und nach mehr zu können, nach und nach selbstständiger zu werden. Und wenn es ein Leben lang dauert“, betonte die Projektleiterin. Die Beteiligten am Projekt erarbeiteten ein Modulsystem, bei dem in kleineren Schritten Lernergebnisse erzielt und festgehalten werden können. Bei der Abschlussveranstaltung diese Woche zeigte Melanie Biertempfel, eine Lernende im Bereich Deutsche Industrie-Näherin in der Werkstätte in Traunreut, wie ihre tägliche Arbeit aussieht und welche Module vorgesehen sind.
Der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner besuchte die Veranstaltung in Traunreut ebenfalls kurz und zeigte sich sehr interessiert an den Modulen für eine nonformale Bildung in den Werkstätten.  – mix

Begriffserklärung:
Der Europäische Qualifikationsrahmen (EQF) ist eine Initiative der Europäischen Union, der berufliche Qualifikationen und Kompetenzen in Europa vergleichbarer machen soll. ECVET (European Credit System for Vocational Education and Training) ist ein System zur Ansammlung, Übertragung und Anrechnung von Leistungspunkten in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Traunreuter Anzeiger, Bericht und Foto: Pia Mix

Inklusive Bildungsprogramme gemeinsam entwickeln! EASPD Salzburg - Inclusive Teaching - Programm(dt)-Final, Seite_1, 06.10.2015 EASPD Salzburg - Inclusive Teaching - Programm(dt)-Final_Seite_2, 06.10.2015 EASPD Salzburg - Inclusive Teaching - Programm(dt)-Final_Seite_3, 06.10.2015EASPD Salzburg - Inclusive Teaching - Programm(dt)-Final_Seite_4, 06.10.2015

 

Abschlussveranstaltung des  Projekts „EQF meets ECVET“ am 19.10.2015

Für das Projekt „EQF meets ECVET“ findet am Montag, 19.10.2015 eine Abschlussveranstaltung in Traunreut statt. Wer daran teilnehmen möchte, kann sich bis zum 12.10.2015 per E-Mail bei Frau Krumböhmer anmelden. Die Mailadresse lautet marlies.krumboehmer@clw-traunreut.de

EQF meets ECVET, Einladung zur Abschlussveranstaltung, 24.09.2015_Seite_1EQF meets ECVET, Einladung zur Abschlussveranstaltung, 24.09.2015_Seite_2

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Anerkennung beruflicher Grundausbildung für Menschen mit Behinderung

2014-10-16_EQF_Projekt_Mix_smallTraunreut, 14.-16.05.14. Innerhalb der EU kann es für Arbeitnehmer auf der Suche nach einem neuen Job wichtig sein deutlich zu machen, welchen Status ihr Berufsausbildungsabschluss hat. Anhand des Europäischen Qualifikationsrahmens können die Angaben verglichen und festgestellt werden, welche Fähigkeiten ein etwaiger Bewerber hat. Eine Einstufung für Menschen mit Behinderung ist in diesem Rahmen bisher allerdings nicht vorgesehen. Für Menschen mit einer Lernbehinderung oder geistiger Behinderung, die keine Berufsausbildung im üblichen Sinne absolvieren können, ist es sehr schwierig, ohne anerkanntes Zeugnis einen Arbeitsplatz zu finden.

Mit dem Projekt „EQF meets ECVET“ soll dies geändert und das Bildungssystem in Deutschland und Europa offener gemacht werden. „Wir wollen, dass sichtbar gemacht und anerkannt wird, was diese Menschen in ihrem jeweiligen Beruf können. Es darf für sie keinen Ausschluss aus dem Berufsbildungssystem geben“, erläuterte Marion Bock, eine der Leiterinnen des Projektes. Für die Menschen mit Handicap soll es leichter werden, eine Berufsausbildung zu machen und auch am lebenslangen Lernen teilzunehmen. „Dafür müssen die Berufsausbildungen besser zu den Bedürfnissen dieser Lernenden passen“, so der Tenor der Projektteilnehmer.

Das europäische Projekt „EQF meets ECVET“ startete im November 2013 und läuft noch bis Oktober 2015. Fünf Meetings sind in diesem Zeitraum in den Heimatländern der Teilnehmer vorgesehen. Eine Projekt-Gruppe aus mehreren europäischen Ländern tagte letzte Woche zwei Tage lang bei den Chiemgau Lebenshilfewerkstätten in Traunreut, deren Geschäftsführer Dr. Jens Maceiczyk das Projekt sehr positiv sieht und es gern unterstützt. Die Tagungsteilnehmer legten in diesen beiden Tagen wichtige Regeln für die Anerkennung beruflicher Grundkenntnisse und Kompetenzen von Menschen mit Behinderung fest. EQF oder zu Deutsch EQR ist die Abkürzung für den Europäischen Qualitätsrahmen, ein achtstufiges System, das dabei hilft, verschiedene Ausbildungen und Schulungen miteinander zu vergleichen. Das European Credit System for Vocational Education and Training (ECVET) ist ein Rahmen für die Anerkennung von im Ausland erworbenen Lernergebnissen und Ausbildungsabschlüssen.

Innerhalb der EU sollen zunächst alle Länder ihre nationalen Qualifikationsrahmen entwickeln, die dann in den Europäischen Rahmen integriert werden. Um dabei mehr Transparenz zu erreichen, gibt es die Möglichkeit, Berufsausbildungen in einzelne Teile, so genannte Module, aufzuteilen. Im neuen Projekt “EQF meets ECVET” wird dies ausprobiert. Jedes Modul besteht dabei aus mehreren Lernergebnissen und es wird den Menschen mit Beeinträchtigung ermöglicht, einzelne Module zu erlernen, ohne gleich eine komplette Ausbildung zu machen, und dafür ein offizielles Zeugnis zu erhalten.

Am Projekt beteiligt sind die Chiemgau Lebenshilfewerkstätten, die Selbsthilfe-Organisation von Eltern behinderter Kinder und Jugendlicher „Chance B“ aus Österreich, das Varstveno delovni center POLŽ in Maribor, die Vytautas Magnus Universität in Kaunas (Litauen), FormAzione Co&So Network (kurz: FCN) aus der Provinz Florenz und EASPD, der Europäische Dachverband der Dienstleistungsorganisationen für Menschen mit Behinderungen.

Die Projekt-Teilnehmer wollen vier berufliche Grundausbildungen für Menschen mit Handicap festlegen. Dies sind österreichische Konditoren und Konditorinnen, slowenische Teehaus-Kellner und Teehaus-Kellnerinnen, italienische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Party-Service sowie deutsche Industrie-Näher und Industrie-Näherinnen. Bei den Chiemgau Lebenshilfewerkstätten ist Marlies Krumböhner für das Projekt zuständig. Sie betont: „Jeder hat das Recht auf eine Ausbildung.“ In den Werkstätten arbeiteten in der Regel Menschen, die „nicht ausbildungsfähig“ sind. Auch ihnen sollte jedoch eine Chance auf dem Arbeitsmarkt gegeben werden, indem ihre Fähigkeiten in Bewertungen festgehalten werden. „Das gibt ihnen auch Selbstbewusstsein und ist ein Beweis dafür, dass sie sehr wohl auch etwas können“, betont Marlies Krumböhner.

Text: Pia Mix

Die Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten als Partner in dem Projekt „EQF meets ECVET“!

(Europäischer Qualitätsrahmenplan trifft auf das Europäische Anerkennungssystem für berufliche Bildung)
2014-10-16_EQF_Projekt_1_smallTraunreut, 15.01.14. Das durch die Europäische Kommission finanzierte Projekt startete Anfang Dezember 2013 und wird bis Ende Oktober 2015 von Vertretern unterschiedlicher Organisationen aus Österreich, Belgien, Slowenien, Italien, Litauen und Deutschland durchgeführt. Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, anhand exemplarisch ausgesuchter und anerkannter Berufsabschlüsse, eine neuartige Form von Bildungsrahmenplänen zu entwickeln, die sich an die Kriterien der Europäischen (EQF) und Nationalen Qualitätsrichtlinien (DQR für Deutschland) orientieren. Diese werden anders aufgebaut sein, als man es von den allgemein bekannten Ausbildungsrichtlinien gewöhnt ist. Von den bislang nach Themen vorgegebenen und allgemein verfassten Ausbildungsinhalten möchte man einen Wechsel hin zu ergebnisorientierten Lernzielformulierungen, die eine genaue Beschreibung der zu erwerbenden beruflichen und persönlichen Kompetenzen erkennen lassen. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für eine verbesserte Vergleichbarkeit des Bildungsstandes eines Menschen. Kenntnisse darüber können zum einen dazu genutzt werden, Qualitäten von Ausbildungen anhand des Stufensystems des DQR oder EQR zu vergleichen, zum anderen als Orientierungshilfe für Arbeitsgeber bei der Suche nach einem passenden Mitarbeiter. Für kognitiv beeinträchtigte Menschen wird es aufgrund der ergebnisorientierten Lernzielformulierungen zukünftig einfacher sein, aus einem Pool bestehender Module, eine für sie passende Auswahl zu treffen. Es bietet ihnen ebenso die Möglichkeit eines lebenslangen Lernens zur Erweiterung ihrer Kompetenzen durch die Inanspruchnahme weiterer Module.

Die Hauptaufgabe der Partner wird es sein, im Zuge des Projekts „EQF meets ECVET“ ein Modell zu erarbeiten, anhand dessen es Menschen mit Behinderungen ermöglicht werden soll, eine offiziell anerkannte Ausbildung im System des EQR und DQR zu erreichen. Zur Umsetzung dieses Ziels werden die Projetteilnehmer mit Institutionen der beruflichen Bildung und mit Interessensvertretern beeinträchtigter Menschen zusammen arbeiten.

Text: Marlies Krumböhmer

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