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Tobias Perl von den CLW an seinem Außenarbeitsplatz bei der AlzChem AG

Tobias Perl von den CLW an seinem Außenarbeitsplatz bei der AlzChem AG

Foto und Bericht von Pia Mix/Traunreuter Anzeiger – Montag, 17.10.2016

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Auf den Außenarbeitsplätzen der CLW sammeln Menschen mit Handicap wertvolle Erfahrungen in der Arbeitswelt. Tobias Perl (38) aus Trostberg erledigt seinen Job bei der Firma AlzChem schon seit zwölf Jahren zur größten Zufriedenheit seiner Kollegen und Vorgesetzten – Foto: Mix

Trostberg. Tobias Perl ist an einem Außenarbeitsplatz der Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten beschäftigt. Er arbeitet seit zwölf Jahren bei der Firma AlzChem AG in der Palettierung und Abfüllung des Nahrungsergänzungsmittels Creapure®. Die Arbeit macht ihm großen Spaß und fordert ihn auch. „Da geht‘s schon ganz genau“, erzählt er im Gespräch mit der Heimatzeitung.

An insgesamt 21 Außenarbeitsplätzen in verschiedenen Betrieben in der Region sind derzeit Beschäftigte der Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten GmbH tätig. Die Außenarbeitsplätze sind ein Zwischenschritt für Menschen mit Handicap, die für die Werkstätten zu gut aber für den ersten Arbeitsmarkt doch nicht oder noch nicht fit genug sind. Michael Ratzesberger ist der Betreuer für zwölf der Beschäftigten an Außenarbeitsplätzen und auch für Tobias Perl. Seiner Erfahrung nach sind diese Stellen für seine Schützlinge eine „Riesenchance“. Sie können „draußen“ in der echten Arbeitswelt Erfahrung sammeln und sich nach ihren jeweiligen Fähigkeiten beweisen, weiterentwickeln und vor allem ihr Selbstbewusstsein steigern.

Tobias Perl ist mit Abstand derjenige, der am längsten an ein und demselben Außenarbeitsplatz beschäftigt ist, und bewältigt seine Aufgaben ohne Probleme. „Der gehört schon zum Inventar der Firma“, merkt Michael Ratzesberger schmunzelnd an. Der 38-Jährige war als junger Mann nur kurze Zeit in den Werkstätten in Traunreut beschäftigt. Der damalige Leiter erkannte rasch, dass er unterfordert ist und machte ihn auf die offene Stelle in der Trostberger Firma aufmerksam. Danach ging alles ziemlich schnell: „Ich hab mir das dann angeschaut, ein Praktikum gemacht und seitdem bin ich hier.“ Ihm habe sofort gefallen, dass seine Aufgaben in der Chemiefabrik anspruchsvoller und abwechslungsreicher waren als in den Werkstätten. Der Trostberger, der zu Fuß zu seinem Arbeitsplatz gehen kann, ist Teil eines Teams von vier bis fünf Personen.

Er muss alles für die Abfüllung des Produktes herrichten, Schachteln bauen, die Etiketten bereit halten, auf die richtige Menge achten und rundum schauen, dass alles seine Richtigkeit hat. Später reinigt er die Abfüllkabine. Das Befüllen von Musterdosen fällt ebenfalls in seinen Aufgabenbereich. „Am Anfang war es noch einfacher“, erinnert er sich. „Da war die Abfüllmenge noch nicht so groß. Doch wenn die Zeit mal nicht reicht, machen die Kollegen im Schichtbetrieb weiter wenn meine Arbeitszeit beendet ist“. Er ist in das Unterweisungssystem der Produktionsanlage integriert und dokumentiert die erforderlichen Arbeitsschritte in den jeweiligen Protokollen. Seine betrieblichen Vorgesetzten loben ihn für seine Zuverlässigkeit bei der Erledigung der ihm übertragenen Aufgaben. Inzwischen hat er die Arbeitsabläufe längst intus, muss aber dennoch immer voll konzentriert bei der Sache sein und gut aufpassen, dass alles stimmt. Mit seinen Kollegen kommt Tobias Perl bestens aus, man unternimmt auch mal außerhalb der Arbeit etwas gemeinsam, „mir verstehn uns guad, do feid se nix“. Die lange Zeit, die er nun schon diese Tätigkeit ausübt, spricht dafür, dass das Betriebsklima stimmt und er sich wohlfühlt. Regelmäßig einmal im Monat trifft sich Perl mit seinem Betreuer Michael Ratzesberger. Meist ist dies lediglich ein Austausch von Neuigkeiten und freundschaftliches Ratschen, denn Probleme mit der Arbeit und dem Umfeld gab es bisher noch nie. In seiner Freizeit ist Tobias Perl beim Fanfarenzug der Trostberger Feuerwehr aktiv und unterhält mit seinem Akkordeon auch bei so manchem Fest in den Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten die Besucher. Bei der Firma AlzChem AG sind neben Tobias Perl noch zwei weitere Mitarbeiter an Außenarbeitsplätzen der Lebenshilfe beschäftigt. Sie verrichten ihren Dienst in der Poststelle des Unternehmens.                – mix

 

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