Landrat packt selber an und sucht Gespräch mit Beschäftigten

Landrat packt selber an und sucht Gespräch mit Beschäftigten

Der neue Traunsteiner Landrat Siegfried Walch besuchte gleich in der ersten Woche seiner Amtszeit im Rahmen der Aktion „Rollentausch“ die Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten in Traunreut. Obwohl seine verfügbare Zeit sehr begrenzt war, beließ es der Landrat trotzdem nicht nur bei einer Besichtigung der Werkstätten. Er krempelte seine Ärmel hoch und packte selber mit an. Gleichzeitig suchte er das Gespräch mit Beschäftigten und Geschäftsleitung der Traunreuter Einrichtung.

Geschäftsführer Dr. Jens Maceiczyk führte den Landrat durch die Werkstätten und zeigte ihm die verschiedenen Arbeitsfelder. Er erklärte, dass bei der Aktion Rollentausch Politiker die Arbeit in den Werkstätten aus eigener Erfahrung kennenlernen und sich ein Bild davon machen sollten: „Wir wollen ihnen zeigen, was die Menschen mit Behinderung hier leisten und wie sie arbeiten.“ Siegfried Walch kannte die Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten schon von früheren Besuchen. Er war als Vorsitzender der Jungen Union bereits bei verschiedenen sozialen Einrichtungen im Landkreis zu Gast und folgte nach eigenen Angaben der Einladung zum Rollentausch gerne. Der Landrat ging auf die Menschen mit Behinderung zu und stellte sich salopp bei ihnen vor: „Servus i bin der Siegi.“ Die Offenheit und Warmherzigkeit dieser Menschen beeindrucke ihn immer wieder und mache es ihm leicht, Kontakt aufzunehmen, betonte er. Siegfried Walch stand mitten unter den dort Beschäftigten an einem Fließband, wo Backbleche für die Bosch Siemens Herdefabrik verpackt werden, und half anschließend noch mit, Tuben in Kartons einzupacken. Nebenbei fand er noch Zeit, sich mit dem einen oder anderen Beschäftigten kurz zu unterhalten.

Eine Anregung gab Irene Loider, bei den Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten zuständig für das Thema Inklusion, dem Landrat mit auf den Weg. Sie würde sich einen barrierefreien Landkreis nicht nur in baulichen Dingen wünschen, auch eine barrierefreie Kommunikation sei wichtig. Diese sei nicht nur für Menschen mit Behinderung hilfreich sondern beispielsweise auch für Senioren und Bürger mit Migrationshintergrund. Dazu gehöre es unter anderem, Beschreibungen wie Internetauftritte oder ähnliches in einfacher, leicht verständlicher Sprache zu verfassen und Wegweiser so zu errichten, dass sie von allen gesehen und verstanden werden können. Auch das Thema barrierefreier Tourismus in den touristisch geprägten Gemeinden der Region sei wichtig. Siegfried Walch war froh um diese Hinweise und versprach, sie aufzugreifen. Geschäftsführer Dr. Jens Maceiczyk bot er an, sich bei Fragen oder Problemen gerne jederzeit an ihn zu wenden: „Ich werde immer ein offenes Ohr für ihre Belange haben.“

Text: Pia Mix