CLW verabschieden Praktikanten

CLW verabschieden Praktikanten

Vielfältige Erfahrungen während des Praktikums gesammelt.

Traunreut. Die Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten (CLW) in Traunreut verabschiedeten sich dieser Tage von einer ganzen Reihe Praktikanten, die ein oder zwei Jahre mitarbeiten und dabei wichtige Erfahrungen für ihren späteren Beruf sammeln konnten. Die scheidenden jungen Männer und Frauen hoben hervor, dass ihnen die Arbeit in den Werkstätten gut gefallen habe und sie für sich persönlich sehr viel mitnehmen könnten. Einige von ihnen bleiben und fügen dem Praktikum gleich noch eine Ausbildung in den CLW hinzu.

Geschäftsführer Dr. Jens Maceiczyk wollte zum Abschied von den Praktikanten wissen, was ihnen gut und was weniger gut an der Arbeit gefallen habe, um daraus für weitere Praktika wichtige Schlüsse ziehen zu können. „Wir sind immer dankbar, wenn wir junge Menschen bei uns im Haus haben, die gerne mit unserem Klientel arbeiten“, betonte Dr. Maceiczyk. Praktikantin Jessi berichtete beispielsweise, dass ihr die Menschen mit Behinderung sehr schnell ans Herz gewachsen seien: „Die haben eine Art, dass man sie einfach gern haben muss.“ Auch Fabian gab an, dass ihn die Zeit in den verschiedenen Gruppen „sehr geprägt“ und er beschlossen habe, eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger zu absolvieren.

Auch einer der ausländischen Praktikanten, die erstmals im Rahmen des europäischen Freiwilligendienstes in den Werkstätten waren, äußerte sich zum vergangenen Jahr. Mohamed Ben Nasser aus Sousse in Tunesien, der dem Hausmeister der CLW unter die Arme griff, meinte: „Es war ein gutes Jahr.“ Die Beschäftigung mit Menschen mit Behinderung habe ihn besonders beeindruckt, da sie „komplett anders denken, sehr herzlich sind, jeden sofort akzeptieren und eine offene Art haben“. In Tunesien gibt es nach seinen Worten keine vergleichbaren Einrichtungen für Menschen mit geistiger Behinderung. Diese lebten in ihren Familien oder sogar auf der Straße ohne Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen. „Ich wäre froh, wenn es bei uns so etwas wie die Werkstätten auch gäbe“, so der tunesische Praktikant. Neben der täglichen, nicht immer ganz einfachen Arbeit seien Highlights des vergangenen Jahres die gemeinsamen Feste und Ausflüge mit den Beschäftigten gewesen, waren sich die Praktikanten einig. Denn in der ungezwungenen Atmosphäre der Feiern sei man sich noch näher gekommen und habe sich besser kennengelernt.

Auf die ausdrückliche Frage von Dr. Maceiczyk scheuten die jungen Männer und Frauen auch nicht davor zurück, Kritik zu üben und darauf hinzuweisen, was in der Zusammenarbeit mit künftigen Praktikanten eventuell verbessert werden sollte. Dabei ging es in erster Linie um organisatorische Dinge und einen besseren Informationsaustausch. Drei der Praktikanten werden ab September eine Berufsausbildung in den Chiemgau Lebenshilfe Werkstätten beginnen. „Es haben sich mehr um einen Ausbildungsplatz beworben, aber wir haben leider nur diese drei Stellen zur Verfügung“, erläuterte Gerhard Ameiser, der in den CLW Ansprechpartner für die Praktikanten ist. Im Herbst 2014 werden nach seinen Worten wieder neue junge Menschen nach Traunreut kommen, um hier ein Praktikum zu absolvieren. Auch Bewerber des europäischen Freiwilligendienstes werden erneut dabei sein, die unter anderem aus Israel, Togo und der Ukraine kommen.

Text: Pia Mix