Herz ist wichtiger als Sprache

Herz ist wichtiger als Sprache

Traunreut (mix). Die Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten begrüßten Anfang September eine ganze Reihe neuer Praktikanten und Freiwilliger, die in den nächsten Monaten in die Arbeitswelt reinschnuppern werden. Mit dabei sind erstmals auch junge Menschen, die am Europäischen Freiwilligendienst teilnehmen.

Die jungen Damen und Herren helfen seit wenigen Tagen in der Nordwerkstätte, der Südwerkstätte, der Gärtnerei in Großornach, der Holzwerkstätte und bei Chiemgau-Arbeit mit. Sie absolvieren zum Teil ein Vorpraktikum vor ihrer Berufsausbildung oder sind Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst, im Europäischen Freiwilligendienst oder Freiwilligen Ökologischen Jahr. Ein junger Spanier kam im Rahmen des Leonoardo Projekts der Universität Almeria nach Traunreut.

Neu ist, dass dieses Jahr erstmals auch junge Menschen im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes in Traunreut arbeiten. Der Europäische Freiwilligendienst (“European Voluntary Service”) ist ein Programm der Europäischen Union (EU), genauer gesagt des EU-Programms “Jugend in Aktion”. Es ermöglicht Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Teilnahme an einem gemeinnützigen Projekt im Ausland. In diesem Rahmen werden sie in den Lebens- und Arbeitsalltag des Gastlandes eingebunden. Die äußerst vielfältigen Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche liegen vor allem in der sozialen Arbeit und Betreuung, sie können in Einrichtungen für Kinder, Jugendliche, Alte, Obdachlose sowie Menschen mit Behinderung oder auch in Kunst und Kultur, Kirchengemeinden, Bildung und Politik, Öffentlichkeitsarbeit, Umweltschutz, Sport und Freizeit, sowie Geschichte und Handwerk Einsatzgebiete finden.

In den Chiemgau-Lebenshilfe-Werkstätten lernen die jungen Menschen im Umgang mit Menschen mit Behinderung in den nächsten Monaten soziale Kompetenz, erhalten Einblicke in die Pädagogik und werden so manche neue Situation erleben. Wolfgang Enderle, Geschäftsführer der Werkstätten, betonte bei der Begrüßung: „Sie haben sich hier sicher nicht den einfachsten Job ausgesucht, aber es ist ein wunderschöner und sie können sich hier gutes Rüstzeug für ihre weitere berufliche Laufbahn holen.“ Die Sprache sei bei den jungen Mitarbeitern aus Spanien, der Türkei, Frankreich und Polen kein großes Problem, da gerade im Umgang mit Menschen mit Behinderung die nonverbale Kommunikation eine große Bedeutung habe und man in erster Linie seine Beobachtungsgabe und das Herz einsetzen müsse.

Text: Pia Mix, Traunreuter Anzeiger